Freitag, 7. September 2012

Vorteil 14 – Ein gnädiges System verzeiht Fehler

Auszug aus dem Buch »Gradido – Natürliche Ökonomie des Lebens«


 »Gerechtigkeit ist nur in der Hölle; im Himmel ist Gnade.«
– Gertrud von Le Fort
dt. Dichterin

Sanfte Vergänglichkeit bewahrt uns bei Fehlern vor Schaden. Wer im heutigen System einen geschäftlichen Fehler macht, muss dafür unter Umständen ein Leben lang büßen. Denn durch Zins und Zinseszins vermehrt sich die Wirkung des Fehlers von Jahr zu Jahr.

Dagegen ist Gradido ein gnädiges System. Die Vergänglichkeit macht den Fehler nach einem Jahr nur noch »halb so schlimm«. Sie lässt »Gras darüber wachsen«. Und nach einem weiteren Jahr wird man kaum noch etwas davon zu sehen bekommen.

Wie viele erfolgversprechende Geschäftsideen scheitern heutzutage oft schon in den ersten Jahren, weil sie nicht gut finanziert werden konnten? Und wie viele einst gut gehende Firmen müssen aufgeben? Ein Großteil dieser Firmenpleiten wäre unnötig – hätten wir nur nicht ein so unerbittliches Wirtschaftssystem.

In der Natürlichen Ökonomie des Lebens wird es kaum noch Firmenpleiten geben. Zum einen haben die Menschen mehr flüssiges Geld, zum anderen können Fehler viel leichter verkraftet werden, ohne dass gleich die Existenz infrage gestellt ist.

Donnerstag, 6. September 2012

Vorteil 15 – Keine Kriege und weniger Katastrophen

Auszug aus dem Buch »Gradido – Natürliche Ökonomie des Lebens«


»Man kann einen Krieg genauso wenig gewinnen wie ein Erdbeben.«
– Jeannette Rankin
am. Politikerin, Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin.

Kriege und andere Katastrophen sind Formen unfreiwilliger Vergänglichkeit. Diese tauchen immer dann auf, wenn man das Naturgesetz der Vergänglichkeit nicht eingeplant hat. Sie sind also keine unvermeidlichen Schicksalsschläge, sondern Folgen eines lebensfeindlichen Systems. Ändern wir das System und folgen dem Kreislauf des Lebens, werden solche Katastrophen entweder ausbleiben, oder  nicht mehr so verheerende Wirkung haben.

Wenn überall auf der Welt Wohlstand herrscht in Harmonie mit der Natur, gibt es keinen Grund für Kriege mehr. Der Mensch hat ein natürliches Bedürfnis nach Frieden und Glück, das er gerne mit seinen Mitmenschen teilt. Erst wenn er sich in seiner Existenz bedroht fühlt, lässt er sich dazu verleiten, gegen andere Menschen Krieg zu führen.

Naturkatastrophen haben in der Natürlichen Ökonomie des Lebens weniger schlimme Folgen. Denken wir an Fukushima: ein Erdbeben löst einen Tsunami aus, der weite Teile des Landes überflutet. Hätte man an der Küste mehr Wald gehabt, wäre der Tsunami nicht so weit ins Landesinnere eingedrungen. Und hätte man auf naturfreundliche Energien gesetzt anstatt auf Atomenergie, wäre die Atomkatastrophe ausgeblieben.

Beides – die Bewaldung der Küstenregion und die Entwicklung naturfreundlicher Energieformen – wird durch den Ausgleichs- und Umweltfonds gefördert. Dieser wird  durch Geldschöpfung finanziert, die erst durch geplante Vergänglichkeit möglich wird. Manchmal muss man um einige Ecken denken, um die Zusammenhänge zu verstehen.

Mittwoch, 5. September 2012

Vorteil 16 – Die Wirtschaft dient den Menschen und nicht umgekehrt

Auszug aus dem Buch »Gradido – Natürliche Ökonomie des Lebens«


»Der Zweck von Wirtschaft ist die Wohlfahrt des Menschen.«
– Gregor Gysi
dt. Politiker (Die Linke)

Unser bisheriges Geld- Wirtschaftssystem dient nicht dem Wohl der Menschen – im Gegenteil: im Grunde genommen schadet es allen und nützt niemandem. Zwar haben die Bewohner der reichen Industrienationen große Vorteile gegenüber den Menschen in den armen Ländern, doch auch diese Vorteile sind von kurzer Dauer. Was nützen ein schönes Haus und ein dickes Auto, wenn wir Menschen dabei sind, uns selbst zu vernichten?

Bereits die ersten Vorteile genügen um zu belegen, dass die Natürliche Ökonomie des Lebens allen nutzt und niemandem schadet. Die weiteren Vorteile werden diese These noch mehr bestätigen. Im Grunde ist es ja auch kein Wunder, denn wir arbeiten mit der Natur zusammen und nicht gegen sie.

Jeder Mensch – ausnahmslos jeder – hat das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Dies ist das mindeste, was eine Wirtschaft leisten muss, die den Anspruch erhebt, dem Wohle der Menschen zu dienen. Wie dieses Recht realisiert wird, davon handeln die nächsten Abschnitte.

Dienstag, 4. September 2012

Vorteil 17 – Aktives Grundeinkommen

Auszug aus dem Buch »Gradido – Natürliche Ökonomie des Lebens«


»Je mehr du gibst, desto mehr wächst du.
Es muss aber einer da sein, der empfangen kann«
– Antoine de Saint-Exupéry
franz. Schriftsteller

Grundeinkommen ist fester Bestandteil der Natürlichen Ökonomie des Lebens. Es ist das erste Drittel der Dreifachen Geldschöpfung, neben dem Staatseinkommen und dem Ausgleichs- und Umweltfonds (AUF). Zwei Varianten des Grundeinkommens sind denkbar: das Aktive und das Bedingungslose Grundeinkommen.

Das Aktive Grundeinkommen garantiert Bedingungslose Teilhabe an der Gemeinschaft. Jeder Mensch hat das Recht, sich in die Gemeinschaft einzubringen, also zum Gemeinwohl beizutragen und damit sein Grundeinkommen zu verdienen. Der Beitrag, den er leistet, sollte weitestgehend seinem Wesen entsprechen, d.h. seine Neigungen und Fähigkeiten berücksichtigen. Ein Mensch, der liebt, was er tut, ist glücklicher, zufriedener, gesünder und produktiver als ein Mensch, der seine Tätigkeit nicht liebt. Allein schon deshalb liegt es im Interesse aller, dass jeder seinem Wesen entsprechend beitragen darf.

Dies gilt auch für Kinder und alte Menschen. Kinder, die verantwortungsvoll zum Gemeinwohl beitragen dürfen, zeigen schon in frühen Jahren Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl. Sie entwickeln sich physisch und psychisch gesünder. Alte Menschen, die sich gebraucht fühlen, bleiben länger gesund und leben länger.

Die Bedingungslose Teilhabe ist beides: geben und empfangen – und das gleich in beiden Richtungen. Sie ermöglicht jedem Menschen zu geben und an seiner Aufgabe zu wachsen. Die Gemeinschaft empfängt die Gaben ihrer Mitglieder und gibt ihnen das Aktive Grundeinkommen: »Tausend Dank, weil du bei uns bist!«

Die tiefe Befriedigung, die dadurch entsteht, zum Gemeinwohl beitragen zu dürfen, und die damit verbundenen positiven Auswirkungen auf Lebensqualität und Gesundheit lassen uns dem Aktiven Grundeinkommen eindeutig den Vorzug geben.

Montag, 3. September 2012

Vorteil 18 – Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)

Auszug aus dem Buch »Gradido – Natürliche Ökonomie des Lebens«


»Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil.
Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Menschen von der Arbeit zu befreien.«

– Götz W. Werner
Gründer der Initiative »Unternimm die Zukunft«

Obwohl wir das Aktive Grundeinkommen eindeutig bevorzugen, ist auch die Variante eines Bedingungslosen Grundeinkommens denkbar. Das Bedingungslose Grundeinkommen wird immer mehr in der Öffentlichkeit diskutiert. Es spaltet die Menschen in zwei Lager: die Befürworter, die damit die Lösung vieler Probleme sehen und die Gegner, die berechtigte Zweifel hegen, ob bei einem Bedingungslosen Grundeinkommen noch alle Güter produziert werden, die die Gesellschaft braucht.

Soweit wir es beurteilen können, ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen in vernünftiger Höhe innerhalb des alten Systems nicht finanzierbar. Und wenn doch, dann nur in reichen Ländern. Sollte sich die Grundeinkommens-Bewegung zur starken politischen Kraft entwickeln, wird sie nicht umhin kommen, nach einem besseren Geldsystem Ausschau zu halten. Die Natürliche Ökonomie des Lebens ist hierfür die ideale Lösung. Wir brauchen nicht erst über die Finanzierbarkeit zu debattieren, denn der Gradido wird  durch das Grundeinkommen geschöpft.

Sonntag, 2. September 2012

Vorteil 19 – Vollbeschäftigung

Auszug aus dem Buch »Gradido – Natürliche Ökonomie des Lebens«


»Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt,
Zusammenarbeiten ein Erfolg.«
– Henry Ford
am. Industrieller

Grundeinkommen und Vollbeschäftigung werden oft als Gegensätze wahrgenommen. Dies trifft nur beim Bedingungslosen Grundeinkommen zu. Das Aktive Grundeinkommen mit seiner Garantie zur Bedingungslosen Teilhabe schafft Vollbeschäftigung aus dem Stand heraus. Denn jeder Mensch hat das Recht, seinem Wesen entsprechend zum Gemeinwohl beizutragen und damit sein Aktives Grundeinkommen zu verdienen. Die Frage der Finanzierbarkeit muss nicht gestellt werden, da das Grundeinkommen zur Geldschöpfung beiträgt.

Bedingungslose Teilhabe ist etwas ganz anderes, als die derzeitigen Ein-Euro-Jobs. Diese sind mehrfach erniedrigend: zuerst muss man nachweisen, dass man nicht in der Lage ist, am normalen Arbeitsmarkt eine Stelle zu bekommen. Nachdem man dies nachgewiesen hat, bekommt man einen Anspruch auf Sozialhilfe. Die Prozedur bis dahin ist bereits sehr erniedrigend. Und jetzt wird man noch verdonnert, irgendeine unqualifizierte Tätigkeit auszuüben und dafür nur 1 € pro Stunde zu verdienen.

Bedingungslose Teilhabe beginnt damit, dass man überhaupt nichts nachweisen muss. Man setzt sich zusammen, und überlegt, was der Einzelne am liebsten tut und besonders gut kann. Gegebenenfalls können Einzel- oder Gruppengespräche helfen, das volle Potenzial zu entwickeln. Anschließend schaut man gemeinsam, wie sich die Fähigkeiten optimal für die Gemeinschaft einsetzen lassen. Hierfür gibt es 20 Gradido pro Stunde: bis maximal 50 Stunden, also insgesamt 1000 Gradido im Monat.

Da jeder das Recht zur Bedingungslosen Teilhabe hat, werden sofort 100 % Vollbeschäftigung erreicht.

Samstag, 1. September 2012

Vorteil 20 – Kein Versorgungsproblem, wie es beim BGE auftreten könnte

Auszug aus dem Buch »Gradido – Natürliche Ökonomie des Lebens«


»Die Schwierigkeit ist nicht neue Ideen zu finden,
sondern den alten zu entkommen.«
– John Maynard Keynes
britischer Ökonom, Politiker und Mathematiker

Wie bereits angedeutet gibt es berechtigte Zweifel an dem Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens. Ein Zweifel bezieht sich auf dessen Finanzierbarkeit. Dieses Problem existiert bei Gradido nicht, weil hier das Geld durch Grundeinkommen geschöpft wird.

Anders verhält es sich bei der Frage, ob alle Güter produziert werden, die eine Gesellschaft braucht, wenn jeder ein Bedingungsloses Grundeinkommen erhält. In einer reichen Industrienation wie Deutschland dürfte die Güterproduktion weitgehend gewährleistet sein. Wie aber sieht es auf armen Kontinenten aus wie zum Beispiel in Afrika? Wenn dort jeder ein Bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von umgerechnet 1000 € pro Monat bekäme, würden dort noch genügend Menschen arbeiten, um die Versorgung zu gewährleisten? Wir wissen es nicht.

Das Aktive Grundeinkommen lässt diese Frage gar nicht erst aufkommen. Es bietet jedem das Recht zur Bedingungslosen Teilhabe an der Gemeinschaft. Jeder Mensch hat das Recht, sich sein Grundeinkommen zu verdienen. Macht er von seinem Recht Gebrauch, muss er etwas für die Gemeinschaft tun. In jedem funktionierenden Familienbetrieb ist es ganz normal, dass alle Familienmitglieder mit anpacken. Wirken die Kinder, die in Familienbetrieben aufwachsen, unglücklicher als andere? Im Gegenteil: sie entwickeln schon frühzeitig Verantwortungsgefühl und Selbstbewusstsein.

Was in einem Familienbetrieb funktioniert, das macht auch in einer größeren Gemeinschaft Sinn. Die anstehenden Aufgaben bieten Tätigkeitsfelder für jeden, sein Potenzial zu entfalten. Jeder ist Teil der Gemeinschaft. Jeder hat seinen Verantwortungsbereich. Jeder ist wichtig.

Von den öffentlichen Verkehrsmitteln über den Anbau von Nahrungsmitteln bis hin zur Schule und zum Gesundheitswesen: viele Arbeiten, die notwendig sind, um die Versorgung eines Landes aufrecht zu erhalten, können bereits über die Bedingungslose Teilhabe in Verbindung mit dem Aktiven Grundeinkommen sichergestellt werden.

Und was ist mit Tätigkeiten, die eine Vollzeit-Beschäftigung erfordern? Dafür gibt es zusätzlich noch die zweite und dritte Geldschöpfung:  das Staatseinkommen und den Ausgleichs- und Umweltfonds. Ein Arzt, eine Lehrerin oder ein Busfahrer könnte beispielsweise 50 Stunden im Monat auf Grundeinkommens-Basis arbeiten, und der Rest wird aus dem Staatseinkommen finanziert.